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Zeitungsartikel Ruhr-Nachrichten (am 16. Juni 2008):
Elf Riesen sollt Ihr sein!
DORTMUND. Ein Europameister kommt mit Sicherheit aus Deutschland, das steht schon vor dem Endspiel am 29. Juni fest: Ein Künstler aus Dortmund sichert sich den Titel mit elf riesigen Fußballer-Figuren. Martin Dippel heißt das Genie. Der Airbrush-Künstler, Baujahr 1971, hat zur EM wahrhaft Großes geleistet. Und zwar nicht mit einem gepflegten Doppelpass, sondern mit fein ausgewählten Farbkombinationen. Der Dortmunder Dippel hat sich mit der Gestaltung von elf gigantischen Spielerfiguren in die Herzen der Zürcher Fußballfans gedribbelt.
Figuren stehen Arm in Arm
Im Foyer des Hauptbahnhofes stehen die 18 Meter hohen Kicker – Arm in Arm. Die bis zu drei Meter hohen Köpfe stoßen dabei fast an die Decke des Bahnhofgebäudes. Die Füße stecken in 2,80 Meter langen Schuhen. Super realistisch wirken die Spieler im XXXXL-Format. Die Trikots hängen locker am Körper, die Mimik wirkt erstaunlich echt. „Die Augen waren am kompliziertesten zu gestalten“, so Martin Dippel, der nach dreimonatigem Arbeitsaufenthalt in Bayern nun wieder seine Aufträge in Dortmund entgegen nimmt. Drei Monate war sein Arbeitsplatz in Rosenheim. Zwölf Stunden am Tag, sechs Tage die Woche. In einer großen Lagerhalle. Dort wurden die elf Riesen geboren. Ballack, Lahm, van Persie, Cech, Charisteas, Villa, Benzema, Vieira, Chivu, Ivanschitz und Barnetta. Alle im Maßstab 10:1. „Den Auftrag habe ich im September letzten Jahres bekommen. Los ging’s im März 2008“, erklärt Dippel, der eigentlich gegen Fußball „immun ist“, wie er schmunzelnd hinzufügt. Und trotzdem hatte er am EM-Projekt einen riesigen Spaß. Stress hin, Zeitdruck her.
Die Spieler gab’s in Einzelteilen (aus Styropor) geliefert. Bein für Bein, Arm für Arm, Kopf für Kopf. „Aber leider nicht so, wie wir dachten“. So ging schon mal ein linkes Bein für ein rechtes durch, musste später wieder umlackiert werden. Mit Rollen, Pinseln, Airbrush-Pistolen rückten Dippel und seine Mitarbeiter den Spieler-Rohlingen auf die Pelle. Besonders schwierig waren die „Riesentreter“ der Kicker. Die Original-Schuhe immer in Sichtweite, galt es dem Material Leben einzuhauchen. Ob Leder, Plastik oder transparent – das Auge des Künstlers und die richtige Farbwahl sorgten für die realistische Darstellung. Wir sind zwei Tage vor EM-Start fertig geworden“, so Dippel. Mit dem LKW ging es nach Zürich, wo die Figuren zusammengebaut und letzte Schönheitsfehler beseitigt wurden.
-Bauerfeld-
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